Der Anbau
-zweitausenddreizehn 2013
- der Kirchenvorstand war neu gewählt, Pastor Harald Drews war nach 34 Jahren Dienst in unseren Gemeinden im wohlverdienten Ruhestand und das Pfarrhaus musste dringend renoviert werden. Unsere eigenen Mittel waren begrenzt, Zuschüsse gab es nicht.
-doch unsere neue Pfarrerin hatte die Idee uns stellte uns ein ganz neues Förderprogramm der Landeskirche vor:
„Verkauf das Pfarrhaus – gegen Einbau eines Gemeinderaumes in der Kirche“
Wir überlegten eine Zeit und erkannten langsam welche Chance für uns in diesem Förderprogramm lag.
Die Kirche sollte unbedingt im Dorf bleiben, das christliche Leben vor Ort, die Tradition war uns wichtig und dafür wollten wir unser Kirchengebäude in die Zukunft bringen.
Jetzt hatten wir eine Vision und Gott gab uns die Hoffnung.
Im Mai 2014 stellten wir unseren Antrag an die Baupflegestiftung der Landeskirche und im September 2014 bekamen wir einen positiven Bescheid und die mündliche Zusage auf eine Fertigstellung, spätestens in 2016.
Das Pfarrhaus wurde verkauft, es gab die ersten Ortstermine, Baupläne und Berechnungen.
Die Zeit ging ins Land und Gott gab uns die Hoffnung.
2018 4 Jahre und mehrere Vakanzzeiten später bekamen wir einen neuen Pfarrer und es war das Jahr der Kirchenvorstandswahlen. Inzwischen hatten sich die Baukosten mehr als verdoppelt und uns fehlte das Geld, unseren Eigenanteil zu finanzieren. Wir hatten keinen Gemeinderaum mehr, die Heizkosten im Winter ging im wahrsten Sinne durch die Kirchen-Decke- die Gemeindearbeit war erschwert- wir brauchen diesen Raum.
Doch die Kirchengemeinde hatte uns mit hoher Wahlbeteiligung gewählt und wir hatten einen Auftrag und wir hatten unsere Vision.
Die Zeit ging ins Land und Gott gab uns die Hoffnung.
So begannen wir unsere Optionen intensiv zu überdenken und beschlossen uns breiter aufzustellen.
Der Gedanke an einen barrierefreien Zugang verfestigte sich und wir konnten uns gut vorstellen den Raum auch für außerkirchliche Veranstaltungen im Rahmen der Kultur, der Bildung, der Musik, aber auch für Vereine und Verbände zu öffnen.
Wir erarbeiteten eine Bedarfsanalyse, holten Stellungsmaßnahmen ein und vieles mehr.
Im September 2018 stellten wir beim Amt für regionale Landesentwicklung einen Antrag auf Fördermittel.
Die Zeit ging ins Land – Corona kam – die Vision blieb und Gott gab uns die Hoffnung.
Wir waren wieder vakant, als im August 2021 eine positive Antwort auf die inzwischen 3. Auflage unseres Antrages kam.
Natürlich gab es inzwischen weitere Kostensteigerungen, es gab von Seiten der Landeskirche neue Pläne, neue Berechnungen, weitere Finanztöpfe wurden abgeklopft.
Die Zeit ging ins Land und Gott gab uns die Hoffnung.
Im Juli 2023, erneut nach einem Wechsel im Pfarrhaus und mit einem neuen Architekten wurde der für uns letzte Bauantrag an die Stadt Einbeck gestellt - und genehmigt.
Ende 2023 begannen wir im Ehrenamt mit den ersten Arbeiten, so auch der Abriss der inzwischen instabilen Empore.
Und dann - Endlich. Im Januar 2024 startete die Bauphase.
Im März 2024 - schon wieder Kirchenvorstandswahlen – wir lassen uns wieder aufstellen – so nah waren wir unserer Vision noch nie –
Während der Bauphase bekamen wir wieder einen neuen Pfarrer,
Und nun – nach ca. 1 Jahr Bauzeit ist es nun vollbracht. Unsere Vision ist jetzt Realität.
Wir haben einen wunderbaren multifunktionalen Raum, eine kleine Teeküche, ein behinderten gerechtes WC, eine barrierefreie Zuwegung. Durch die Glaswand haben wir den perfekten Blick auf den schönen Altarbereich. Über den neuen Eingang – der auch vor Jahrhunderten schon einmal Eingang war – konnten die Inschriften fachgerecht
renoviert werden und unser mittelalterliches Wappen in Tartenschenform ist nun für alle wieder gut sichtbar.
Die Kirchenmäuse, der Posaunenchor, und die Winterkirchenbesucher haben den neuen Raum schon erfolgreich und begeistert getestet und – die Akustik stimmt, die neuen Stühle sind bequem, es war wunderbar warm.
Wir haben ein Juwel.
Herzog Heinrich legte im Jahre 914 den Grundstein und wir sind sehr froh und glücklich und auch ein wenig stolz, dass auch wir in der 1111 jährigen Geschichte eines Gotteshauses an genau diesem Ort einen zukunftsträchtigen Beitrag leisten durften.
Das war unsere Vision und jetzt liegt es an uns allen hier, diesen Raum mit Leben zu füllen, wir laden herzlich dazu ein.
Gott gab uns die Hoffnung – und wir durften erleben welch große Kraft uns Gott damit gegeben hat. Gott sei Dank.
(Christine Hake, Festgottesdienst 09.09.2025)
